„Fiese Falle!“ – Wer steckt dahinter?

Der gemeinnützige Verein „Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V.“ (DGNP), wurde gegründet von aktiven Trainerinnen und Trainern von Entwöhnungsseminaren für Raucher. Diese Trainerinnen und Trainer wissen aus eigener Erfahrung, in welchen Denkfallen Raucher stecken. Sie fühlten sich in der gesellschaftlichen Verpflichtung, dieses Wissen für die Prävention zu nutzen und dazu beizutragen, dass Kinder und Jugendliche erst gar nicht anfangen zu rauchen.

Die beruflichen Hintergründe der Gründer der DGNP liegen in der Medizin, Psychologie, Pädagogik, Sport- und Kommunikationswissenschaft. Mit diesem interdisziplinären Netz gelingt es, das Rauchen in seiner Gesamtheit und zugleich in seinem Kern zu betrachten. Wer das Rauchen beispielsweise einzig durch die medizinische Brille betrachtet, sieht meist nur die Folgen des Rauchens und beachtet zu wenig die eigentlichen Mechanismen der Nikotinsucht und die Abhängigkeitsentwicklung. Das ist aber gerade für die Präventionsarbeit – aber auch bei Hilfen zur Tabakentwöhnung – außerordentlich wichtig.

Was ist neu bei „Fiese Falle!“?

Ergänzung zum Lebenskompetenzansatz

Damit ergänzt „Fiese Falle!“ insbesondere den Lebenskompetenzansatz in der Prävention, wonach Kinder und Jugendliche lernen sollen, „Nein“ zu sagen. Doch warum sollten Kinder auf etwas verzichten, was ihnen ständig als etwas Erstrebenswertes vorgelebt wird? Schließlich erleben sie täglich Erwachsene, die das Rauchen als Mittel zur Anregung, zur Konzentration, zur Stressbewältigung oder als Genuss kommunizieren. Die Werbung verstärkt dieses Bild und verknüpft das Rauchen mit Attributen wie Attraktivität, Status, Individualität und Nonkonformität. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass ein neuer Ansatz der Prävention alle vermeintlichen Vorteile des Rauchens widerlegt. Denn kein Nichtraucher braucht bei Stress eine Zigarette – das Rauchen fehlt nur Rauchern, weil sie abhängig davon und gefangen sind. Und zur Abhängigkeit und Unfreiheit „Nein“ zu sagen ist leichter als zu einer vagen Vorstellung von Genuss und Freiheit.

Keine Abschreckung – denn sie macht das Rauchen attraktiv

Gesundheitliche Gründe zählen wenig in einem Alter, in dem sich Kinder und Jugendliche unsterblich fühlen. Vielmehr machen ständige Warnungen vor Risiken das Rauchen erst spannend – eine neue Zigarettenmarke für Jugendliche wäre auf dem Schulhof wohl komplett uninteressant, wenn sie gesund wäre.

Daher setzt das Projekt „Fiese Falle“ an der Demaskierung des Rauchens und an der Frage: Was ist wirklich dran am Rauchen? Wenn Kinder verstehen, dass das Rauchen keinen einzigen Vorteil hat und stattdessen nur Nachteile, und wenn sie durchschauen, warum erwachsene Raucher nicht zu beneiden sind, wissen sie, wozu sie „Nein“ sagen können. Den Einstieg ins Rauchen verhindern, ist Ziel von „Fiese Falle!“.

Am Medienverhalten von Kindern ausgerichtet

Mit einem den Mediengewohnheiten der Kinder angelehnten Seminarkonzept geht „Fiese Falle!“ in Schulen und klärt 11- bis 13jährige darüber auf, dass die vermeintlich positiven Wirkungen des Rauchens Illusionen sind. Abhängige fühlen sich nur mit dem Suchtmittel „normal“, ohne Suchtmittel haben sie das Gefühl, ihnen fehlt etwas. Das Gefühl der Erleichterung, der Entspannung oder der Konzentrationsfähigkeit nach der Zigarette entsteht, weil das Nikotin das vorherige Entzugsgefühl für kurze Zeit aufhebt, das beim Entspannen oder Konzentrieren gestört hat. Während Raucher die meiste Zeit des Tages mehr oder weniger auf Entzug sind, fehlt das Rauchen Nichtrauchern erst gar nicht. Im Gegenteil: Auf Nichtraucher wirkt Nikotin nicht entspannend, sondern es erzeugt Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit.

Kindern und Jugendlichen diese Hintergründe altersgerecht zu vermitteln ist die Voraussetzung dafür, ihr „Nein“ gegenüber dem Rauchen zu stärken und sie in ihrer Absicht zu unterstützen, nicht in die fiese Falle der Abhängigkeit zu tappen.

nach oben Impressum